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Mitarbeiterführung im digitalen Zeitalter

Oct 21, 2013

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Bildquelle: http://pedroeboli.blogspot.de/2011/03/hipster-jogging.html

 

Ich habe gerade im Wettbericht erfahren, dass das Thermometer morgen noch einmal die 20 Grad Marke knacken soll. – Ich freue mich drauf, denn es dauert bestimmt nicht mehr lange, bis draußen die ersten Schneeflocken fallen...

So stetig sich die Natur verändert, verändert sich auch unsere Gesellschaft.

Gab es einmal Zeiten, in denen Arbeitnehmer sich nach Jahren der Betriebszugehörigkeit in ihren Ruhestand zurückzogen, zählen inzwischen „Flexibilität“ und „Mobilität“. Die Welt wächst immer stärker zu einem "Globale Dorf" zusammen. Internationale Projektteams sind keine Seltenheit mehr. Zeitarbeit und Jobnomadentum prägen das Bild der heutigen Arbeitswelt.

Führungskräfte sind auf diesen schnellen Wandel häufig nicht ausreichend vorbereitet worden und reagieren dadurch überfordert.

Oft befinden sie sich in der schwierigen Situation, die Bedürfnisse und Anforderungen der "Digital Natives" und die vorheriger Generationen gleichermaßen befriedigen zu müssen. Während Digital Natives mit neuen Medien aufwachsen und diese selbstverständlich nutzen, um zu kommunizieren oder sich zu informieren, haben gerade ältere Mitarbeiter hier Berührungsängste. Es gibt allerdings auch Führungskräfte, die sich den Möglichkeiten neuer Kommunikationsmedien verschließen. Ignoranz, Zeitmangel, Angst vor Kontrollverlust - die Gründe sind vielfältig.

Es wird deutlich, dass hier ein gewisses Konfliktpotential besteht: die jungen Aufstrebenden auf der einen Seite, die Etablierten und Erfahrenen auf der anderen.

Selbstverständlich ist nicht alles schlecht, was sich über Jahre hinweg bewährt hat und ein persönliches Gespräch klärt normalerweise mehr Missverständnisse als jede noch so gut geschriebene E-Mail. Dennoch, wer keinen Zugang zu nachfolgenden Generationen findet, kann diese nicht führen. Kommunikationskompetenz wird eine zunehmend wichtigere Eigenschaft erfolgreicher Führungskräfte.

Die Kunst, sich an äußere Umstände anpassen zu können, war schon immer eine überlebensnotwendige Fähigkeit. Dies betrifft nicht nur die Natur sondern auch Führungskonzepte. Wer sein Unternehmen daher zukunftsfähig gestalten will, muss bereit sein, sich auf Neues einzulassen.

5-Hinweise an Führungskräfte im Umgang mit Digital Natives:

  1. Verständnis steht vor Technik

    

Wer von heute auf morgen damit beginnt, seine Kommunikation zu digitalisieren, um Digital Natives zu erreichen, wird damit nicht erfolgreich. Technik ist dazu da, unsere Kommunikation zu unterstützen, nicht um sie zu ersetzen. Setzen Sie neue Medien gezielt dort ein, wo es Sinn macht. So hilft es einem Mitarbeiter, der unsicher ist und Ihr Feedback benötigt, oftmals sehr, wenn Sie ihm über einen Chat oder eine SMS kurz mitteilen, wie Sie über seine Arbeit denken. Ein "Sehr gut, die Idee bitte weiter entwickeln!" oder "Bitte erst Rücksprache mit Herrn Müller führen." kostet Sie wenig Zeit, kann ihrem Mitarbeiter aber mehr Sicherheit in seinem Tun vermitteln.


  2. Klare Rahmenbedingungen sind erforderlich

    Für viele Digital Natives ist Arbeit keine Pflicht mehr, sondern eine Art der Selbstverwirklichung. Dementsprechend verändern sich auch ihre Wertvorstellungen. Flexible Arbeitszeiten, Ortsunabhängiges Arbeiten und die Möglichkeit auch einmal "Zeit für etwas Privates" zu haben, stehen für Viele noch vor dem Einkommen (Vgl. Parment, Anders: Die Generation Y - Mitarbeiter der Zukunft). Wer diese Freiräume erhält, benötigt allerdings klare Spielregeln: Was wird erwartet? Welche Aufgaben müssen bis wann erwartet werden? Welche Konsequenzen sind bei Nichteinhaltung zu erwarten? Antworten auf Fragen wie diese müssen Führungskräfte klar festlegen.


  3. Ziele individuell bestimmen

    Dass eine klare Zieldefinition nicht nur hilfreich, sondern unbedingt erforderlich ist, wissen Sie. Aber: jede Generation spricht ihre eigene Sprache. Es reicht also nicht aus, eine allgemein Formulierung zu wählen und diese nach dem "Gießkannen-Prinzip zu verteilen. Versuchen Sie sich in Ihren Mitarbeiter zu versetzen: Welche Worte wähle ich am besten? Wie viele Details benötigt die Person? Um sicherzugehen, dass Ihr Mitarbeiter Sie verstanden hat, gleichen Sie untereinander ab, was die Ziele einer bestimmten Aufgabe/eines Projekts sind.


  4. Man muss nicht immer erreichbar sein

    Eine "Always-On" Mentalität lädt dazu ein, Sie jederzeit und sofort anzusprechen. Das funktioniert allerdings nur dann gut, wenn Sie sonst nichts weiter zu tun haben. Zeigen Sie Ihrem Team daher transparent auf, dass es noch andere Aufgaben gibt, die Ihre Zeit und Aufmerksamkeit erfordern. Sie geraten sonst sehr schnell in eine passive Rolle, in der Sie ausschließlich reagieren, statt aktiv notwendige Impulse zu setzen.


  5. Entwickeln Sie sich zum Mentor

    Jüngere Generationen fordern mehr Selbstständigkeit ein und sind bereit dies mit einem extrem hohen Maß an Arbeitsbereitschaft zurückzuzahlen. Vertrauen Sie ihren Mitarbeitern, dass diese Aufgaben und ganze Aufgabenbereiche selbstständig übernehmen, nachdem Sie die Richtung vorgegeben haben. Nutzen Sie die Freiräume, die sich dadurch ergeben, Ihren Mitarbeitern als Wegbegleiter zur Seite zu stehen und ihnen in schwierigen Fragestellungen zu helfen.