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Vor einigen Tagen bin ich über ein Zitat von Epiktet gestolpert: „Der Mensch hat zwei Ohren und eine Zunge, damit er doppelt so viel hören kann, wie er spricht.“

Das musste ich erst einmal sacken lassen. Ganz schön weise, was der gute Mann da vor fast 2.000 Jahren gesagt hat. – Insbesondere dann, wenn wir beim Zuhören auch noch den Apparat verwenden, der zwischen unseren Ohren liegt...

In meinem Programm gibt es ein Kunststück, das im schlimmsten Fall damit endet, dass ich mit meiner Hand auf einen circa 10 Zentimeter langen Stahlnagel schlage. 

Dramatisch, oder? Und genau das soll es auch sein!

Nach einigen Vorführungen habe ich allerdings gemerkt, dass es der Vorführung gut tun würde, wenn sich die Stimmung trotz dieser Dramatik etwas auflockert. Ein lustiger Kommentar musste her.

Leider ist „lustig“ nicht immer so einfach, denn statt meinen Gästen ein Lachen zu entlocken, erntete mein Spruch nur fragende Blicke. Nach dem dritten Auftritt musste ich mir schließlich eingestehen, dass es nicht am Timing lag. Mein Kommentar war einfach nicht lustig. – Also raus damit. 

Bei einer Vorstellung vor einigen Wochen passierte allerdings etwas Großartiges:

Während ich das Kunststück mit dem Nagel vorbereitete, stand auf einmal ein junger Mann auf und fragte: „Welche Versicherung haftet eigentlich dafür, wenn etwas schief geht? Die hätte ich auch gern!“

Möglicherweise ließt sich das trockener, als es in diesem Moment war, denn der gesamte Saal lachte und die Stimmung war gelockert. Genauso hatte ich es mir vorgestellt!

Ich habe diesen Kommentar in einer abgeänderten Variante inzwischen in meine Vorführung übernommen. Mit dem gleichen Ergebnis: die Menschen lachen.

Was möchte ich Ihnen damit sagen?

Hätte ich nicht zugehört und den Einwand ignoriert, würde ich vermutlich immer noch verzweifelt nach einem passenden Spruch suchen. 

Häufig sind wir so sehr mit uns selbst beschäftigt, dass wir die kleinen Geschenke, die Menschen in unserem Umfeld uns regelmäßig (unbewusst?) geben, überhaupt nicht wahrnehmen:

Ein Kunde reklamiert ein Produkt und liefert einen Hinweis, wie man die Verarbeitung zukünftig verbessern könnte. Ein Mitarbeiter hat einen tollen Vorschlag für eine neue Geschäftsidee und ein Lieferant hat einen Hinweis zur Verpackung.

Noch bin ich mir nicht sicher, ob ich es auch hinbekomme weniger zu reden, aber für das neue Jahr 2015 nehme ich mir auf jeden Fall vor, mehr zuzuhören... 


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Digitale Assistenten

Oct 28, 2014

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Ein persönlicher Assistent, der kostenlos für mich arbeitet? – Das klingt zunächst einmal verlockend.  Doch leider ist auch diese Art der „Zusammenarbeit“ nicht umsonst.

Sie stehen selten im Mittelpunkt, aber ohne sie würde kaum eine Zaubervorführung funktionieren. Ich spreche von Bühnenassistenten. Sie sorgen dafür, dass die Requisiten am richtigen Ort liegen, kaschieren kleinere und größere Fehler innerhalb einer Show oder lassen sich bereitwillig zersägen, wenn gerade kein Freiwilliger zur Hand ist. Mit anderen Worten: sie sind absolut unersetzbar. 

Digitale Assistenten werden immer intelligenter 

Auch im privaten Alltag greifen immer mehr Menschen auf die Hilfe eines Assistenten zurück. Zunehmend ist dieser digitaler Natur. 

Apples Siri liefert Wetterdaten genauso wie Verkehrsinformationen und Google Now soll zukünftig erkennen, wie viel wir für etwas bezahlt haben. – Oder eben auch nicht. Der Ausruf „Show my bills“, reicht aus und die App scannt die Gmail-Konten des Nutzers, um ihn an offene Rechnungen zu erinnern. 

Google Now erinnert zukünftig an offene Rechnungen 

Spätestens wenn Google Now über „Pay my bills“ auch meine offenen Rechnungen bezahlt, wird dieses Angebot auch für mich unersetzbar...

Solange bleibe ich aber skeptisch. Der Dienst ist zwar kostenlos, aber keinesfalls umsonst. Bezahlt wird der intelligente Service mit meinen Nutzerdaten, die zusätzlich mit meinen Daten aus anderen Google-Diensten erweitert werden. Auf diese Weise entsteht ein ziemlich umfassendes persönliches Profil. Privatsphäre oder Service ist hier die Entscheidung, die getroffen werden muss. 

Service kostet Privatsphäre

Am Ende ist es aber auch eine Frage des Vertrauens. Während ich bei einem Showassistenten, notfalls auch vertraglich kontrollieren kann, welche Aspekte unserer Zusammenarbeit besonders vertraulich behandelt werden sollen, bin ich einem Konzern wie Google praktisch ausgeliefert. Echten Einfluss darauf, wie meine Daten ausgewertet und genutzt werden, habe ich nämlich nicht. 


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