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Manchmal habe ich den Eindruck, dass einige Menschen den Eintritt ins Erwachsenenalter mit Ihrer Phantasie bezahlen. Ich habe zwar keine Studie gefunden, die das belegt, allerdings ist mir die Realität Beweis genug. 

Das zudem selbst „Topkreative“ Ihre Phantasie erst unter dem Einfluss bestimmter Substanzen wiederfinden, finde ich irgendwie ernüchternd… – Wenn Realität unsere Denken einschränkt, gibt es auch andere Möglichkeiten, diese zu erweitern. 

Seit einigen Wochen verbringe ich einen Teil meiner Mentor-Stunde mit Story-Cubes: kleine Würfel mit verschiedenen Symbolen, aus denen Geschichten werden.

Inzwischen sind die Cubes fast so beliebt, wie die kleinen Zauberkunststücke, die ich ab und zu mache. Manchmal entstehen Abenteuer, manchmal witzige Erzählungen. Heute haben einige Aliens zum Beispiel eine Apfelbaumplantage errichtet, mit der Sie die Weltherrschaft an sich reißen wollten. – Glücklicherweise wurde ihr Raumschiff von einem Fußball vom Himmel geschossen… Mein Mentor-Kind ist 9 Jahre alt und je öfter wir spielen, umso lebendiger und phantasievoller werden die Geschichten. Es ist sehr inspirierend zu sehen, wie unkonventionell Kinder denken.

Keine Ahnung, ob jeder, der sich mit den Cubes beschäftigt, danach das Gefühl hat, ein Stück seiner Phantasie würde zu Ihm zurückkehren, aber es ist einen Versuch wert. 

Vielleicht entsteht daraus sogar eine großartige Geschichte. – Und gerade im Marketing ist „Storytelling“ doch DAS Thema, oder nicht? ;) 


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Marketing-Tales: Vom Winzer und seinem Weine

Sir Walter W. Hein, lebt auf einem alten Landgut im Süden des Landes. Er stammt aus einer Dynastie von Winzern, die schon seit vielen, vielen, sehr vielen Jahren Wein herstellen. 

Im Gegensatz zu seinen Vorfahren interessiert er sich allerdings nicht für Menschen. Auch das Winzergewerbe interessiert ihn nicht. Die süßesten Trauben in seinem Leben, sind kleine goldene Münzen, die er für seinen Wein erhält und in einem großen Bottich hortet. 

So lebt Sir Walter W. Hein Tag aus, Tag ein und zählt seine Einnahme, bis er eines Tages plötzlich mit Schrecken feststellen muss, dass diese gesunken sind. „Oh, Schreck, welche diebische Elster will mich berauben?“, ist sein erster Gedanke. Doch sein getreuer Leibeigener klärt ihn darüber auf, dass – wie aus dem Nichts – plötzlich 45334212 andere Menschen aus der Umgebung auf ebenfalls auf die Idee gekommen sind Wein herzustellen und zu verkaufen. 

Sir Walter W. Hein sieht sich zum ersten Mal in seinem Leben mit der Situation konfrontiert, mit jemandem im Wettbewerb zu stehen. Also lässt er die besten Denker des Landes in seinen Elfenbeinturm einladen, um eine Lösung für diese prekäre Situation zu finden. Während Wein aus goldenen Bechern gereicht wird, berichtet einer der Denker von einem großen Fest, auf dem sich auch die anderen 45334212 Winzer tummelten und mit großem Erfolge interessante Gespräch führten, die ihr Geschäft zum blühen brächten.  

Voller Missmut nimmt Sir Walter W. Hein den Rat des Denker an, sein Gesicht auf diesem Feste zu zeigen, um für seinen Wein zu werben.

Am Tag des Festes mischt Sir Walter W. Hein sich unter die Leute und beginnt darauf zu warten, dass diese in großen Scharen zu ihm kämen, um sich in seinem Glanze zu aalen. 

Nach mehreren Stunden des Wartens, die er gleich einer antiken Statue auf einem selbstgezimmerten Sockel verbringt, erscheint schließlich ein junges Mädchen. 

Voller Freude stahlt Sie ihm mit ihren bodeaux-roten Wangen entgegen und blickt Sir Walter W. Hein neugierig  und erwartungsvoll an. 

Seinen Denkern sei Dank, gebührend auf diese Situation vorbereitet, beginnt Sir Walter W. Hein damit, das junge Mädchen zu becircen: „Dieser Wein könnte Ihnen gehören! Für nur 5 Goldstücke erhaltet Ihr sogar noch einen zweiten Wein dazu – und diesen Korb voller Früchte und diese wollig warme Decke! Kennt Ihr eigentlich schon mein neustes Produkt? Einen Wein aus den Quellen der ewigen Jugend, der Euch über Nacht zum schönste Weibe im ganzen Dorfe macht. – Nur 8 Goldstücke! – Und jetzt kauf endlich meinen Wein, Du Miststück!“ 

Sir Walter W. Hein fühlt sich wie im Vollrausch. Die Sterne, die um seinen Kopf kreisen sind auch Minuten nach der klatschenden Schelle des jungen Mädchens nicht verschwunden. – Trotz seiner werbenden Worte, muss Sir Walter W. Hein jedoch bekümmert feststellen, dass diese keine gewinnbringende Wirkung auf sein Geschäft hinterlassen haben. Etwas muss schief gelaufen sein.

„Verdammte Denker!“, schimpft er wie ein verärgerter Rohrspatz quer über den großen Platz des Festes, auf dem die anderen Winzer in prächtiger Gesellschaft anderer Menschen interessante Gespräche führen. 

Sein Schimpfen und Fluchen bleibt jedoch nicht ohne Wirkung. – Wie aus dem Nichts steht auf einmal eine imposante Erscheinung vor ihm. Umgeben von dem weisen Schein der Erkenntnis und des Wissens spricht die Erscheinung folgende Worte zu Sir Walter W. Hein: „Ihr Unwissender. – Ich bin der einzig wahre Denker, der das versammelte Wissens des Universums sein eigen nennt. – Bezahlt mich fürstlich und ich biete Euch meine Hilfe an.“ 

Dieses Angebot erscheint Sir Walter W. Hein seriös und so zahlt er der leuchtenden Erscheinung eine Handvoll goldener Münzen, die ihm daraufhin einen weisen Rat ins Ohr flüstert und sich daraufhin mit den goldenen Münzen aus dem Staube macht. 

Schon am nächsten Tag folgt Sir Walter W.Hein dem Rat der weisen Erscheinung und drapiert einige hölzerne Vogelscheuchen um sein seinen selbstgezimmerten Sockel, denen er durch Farbe und Kleidung ein menschliches Antlitz verliehen hatte.  

„Wo Menschen sind, da folgen Menschen.“ wiederholt Sir Walter W. Hein die weisen Worte der Erscheinung. – Und siehe da: schon bald tummeln sich einige Menschen vor seinem selbstgezimmerten Sockel, angefüllt mit Neugierde. 

Sich kräftig die Hände reibend, da seine Investition scheinbar reiche Früchte trägt, suhlt Sir Walter W. Hein sich in Gedanken schon in seinem heimischen Bottich, den er nun randvoll mit goldenen Münzen gefüllt sieht. 

Doch schon bald muss Sir Walter W. Hein feststellen, dass die Menschen seine inszenierte Landschaft nach wenigen Augenblicken gelangweilt verlassen; sind die bemalten Vogelscheuchen doch leider ein menschliches Abbild nur, stumm und taub und ohne Leben.

Voller Wut verlässt Sir Walter W. Hein das Fest, das ihm außer Unkosten, Schmerzen und vertaner Zeit nichts eingebracht hat, um auf sein Landgut zurückzukehren. 

Und all das, während die anderen Winzer in prächtiger Gesellschaft anderer Menschen interessante Gespräche führen. 

 

Wenn Sie diese Geschichte an Ihre Erlebnisse in sozialen Medien erinnert, melden Sie sich bei mir... :) 


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